Die Lieder „Work“ von Rihanna oder „0 To 100″ von Drake kennt sicherlich jeder, der diesen Beitrag hier liest. In diesem Beitrag geht allerdings weder um Riri noch um Drizzy. Es geht um den Mann, ohne den diese Tacks in dieser Form gar nicht existieren würden: den Musikproduzenten Boi-1da.

Der Name Boi-1da ist in Deutschland kein allzu großer Begriff und wenn überhaupt, ist er meistens bloß als „Drake-Producer“ bekannt. Doch der Kanadier hat noch deutlich mehr zu bieten.

Eine Playlist mit von Boi-1da produzierten Liedern gibt’s hier bei unseren Producer-Playlists und unter dem Beitrag.

Über Boi-1da (/ˌbɔɪˈwʌndə/ boy-WON-da) – kurz und knapp

  • Matthew Jehu Samuels (Jahrgang 86) stammt aus Toronto und wurde auf Jamaica geboren
  • Er ist als in-house producer bei Drake’s OVO Sound Label unter Vertrag
  • Boi-1da fing mit im Alter von 15 Jahren an Beats zu bauen und gewann ein paar Jahre später die ersten Contests (Battle of the Beatmakers)
  • Seine ersten offiziellen Produktion waren zwei Tracks für das „Room for Improvement“ Mixtape von Drake
  • Er arbeitet mit der allseits beliebten Software FL Studio (ehemals Fruity Loops)
  • Wurde 8 Mal für einen Grammy nominiert

Musikalischer Stil

Boi-1da produziert hauptsächlich für Hip-Hop- und ab und an für R&B-Künstler. Bei Artikeln über ihn wird oftmals geschrieben, dass er für seinen unverwechselbaren Dancehall-Sound bekannt ist. Bei einigen Tracks ist das sicherlich der Fall, aber gerade bei neueren Produktionen ist meiner Meinung nach kein „Dancehall-Sound“ zu hören. Mit diesem Klischee hat er vermutlich aufgrund seiner Herkunft und seiner Aussage, dass er vor Hip-Hop nur Dancehall gehört und gelebt hat, zu kämpfen.

Sei’s drum. Was seinen Sound prägt ist der Einsatz vereinzelter Live-Instrumentierung. Das hebt ihn von der aktuellen Producer-Generation ab und lässt die Beats um einiges hochwertiger klingen. Worauf er sich ebenfalls spezialisiert hat, ist das Sampling. Unfassbar vieler seiner Beats basieren auf Samples. Diese werden sehr sorgsam gewählt und einfach perfekt eingesetzt.

Beispiel:

Drake – 0 to 100 / the Catch Up

Bekannte Songs (Auszug)










Workflow und Studioaufnahmen

Ein Video al la „Deconstructed“ von Genius, bei denen pro Episode ein Produzent einen seiner bekanntesten Beats vor der Kamera „auseinander nimmt“ und den Arbeitsprozess dahinter erläutert, gibt es leider (noch) nicht.

Auf YouTube konnte ich allerdings ein paar brauchbare Aufnahmen von Boi-1da im Studio finden. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Blog: www.boi-1da.net